In memoriam Phone & Literacy (0.0)
Wie hat die Erfindung des Telefons unser Hörverständnis, und damit unsere Sprache beeinflusst?
Anrufer: Hallo?
Angerufener (mein Großvater): Der Hallo ist g’storben!
Personen werden Nummern zugeordnet (Telefonnummern: die von Null über Neun bis Eins angeordnet waren, und die wir auch schon blind ertasten und wählen konnten. Den längsten Weg hatte die Null auf der Wahlscheibe zurückzulegen, den kürzesten die Eins. Telefonnummernkompetenz braucht heute keiner mehr). Mit dem Aufkommen des Tastentelefons wurden die früher in einem Kreis angeordnete Zahlen ähnlich wie auf einem Taschenrechner angebracht. Ähnlich! Denn links oben steht die Eins (Tastentelefon); aber links oben ist die Sieben (Taschenrechner). Neben dem Telefon lag ein mehr oder weniger ausgeklügeltes Telefonverzeichnis alphabetisch angeordnet. Als Heft mit Daumenindex zum Beispiel.
In den USA aber auch in England standen neben den Nummern (Wahlscheibe oder Tastentelefon) Buchstaben des Alphabets in folgender kryptografischer Anordnung:
ABC für die 2; DEF für die 3; GHI für die 4; JKL für die 5; MNO für die 6; PRS für die 7; TUV für die 8; WXY für die 9; die Null hieß oft auch “Operator” – Variationen der Zuordnung enstand mit der Möglichkeit sich statt einer Telefonnummer ein Wort (beliebt bei Firmen) zu merken: “Wählen Sie MEINEFIRMA” für die Telefonnummer: 634 533 4762.
Ich kann mich nicht erinnern, dass es dafür Einschulungen und lernergebnisorientierte Kompetenznachweise gab.
Aber ich kann mich erinnern, dass mit dem Wählen gewisser Nummern keine Gespräche zustande kamen, sondern Informationen zu Ohr: Die täglichen Nachrichten auf Esperanto, die Schallplatte des Tages, ein Diktat für Stenografen, das Märchen für die Kleinen, die Pegelstände der Donau und die beliebte Frequenz des Wiener Kammertons auf 443 Herz (statt der 440 Herz, oder der 442 Herz für die Schweizer Orchester und Klavierstimmer).
Somit war das Telephon nicht nur ein Kommunikationsapparat im engeren Sinne (also Gespräche zwischen 2 Personen, denen eindeutige Nummern anhafteten) sondern auch ein Informationsmedium in einer nicht digitalen Welt voller Frequenzen.
Warum fällt mir das ein? – Nun, eben wurde ich an die Tagung erinnert:
- Zukunft Basisbildung: Web Literacy, die vom 18. – 19. Juni 2012 in Graz stattfinden wird, in der erfolgreichen jährlichen Reihe “Zukunft Basisbildung”. Das Programm steht schon fest => Zukunft Basisbildung Web Literacy Einladung (PDF)
Die ich hiermit auch auf unserem L3LAB-Blog ankündige.




Am 27. April 2012 um 07:11 Uhr
[...] Lifelong Learning Lab meldet sich mit einem ironischen Beitrag zum Thema Web Literacy im Rahmen unserer [...]
Am 2. Juli 2012 um 16:16 Uhr
Also ich denke schon, dass es einschulungen gab. Mein Vater musste stundenlang meiner Oma erklären wie das mit dem Anrufen funktioniert. Vor Allem dass es wichtig ist, richtig aufzulegen sonst musste man weiterzahlen. Es gab auch eine Art Hotline wo man Hilfe bekam. Würde mich nicht wundern falls es auch VHS Kurse gab.