Dialog Erwachsenenbildung.at
Das Magazin Erwachsenenbildung bietet nun mit dem Erscheinen der 2. Nummer die Möglichkeit des Diskurses mit dem Lifelong Learning Lab an. Eine neue Qualität der Vernetzung von virtuellen Fachmedien der Aus- und Weiterbildung, der Erwachsenenbildung tritt zum Vorschein.
Das Web 2.0 bietet diese Möglichkeiten des professionellen Diskurses und verbindet unterschiedliche Formate. Eben noch trafen sich ExpertInnen des Lebenslangen Lernens am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung zu den Themen „Herausforderungen an die Bildungspolitik” (wie hier im blog sichtbar wird) und stellten „Lifelong Guidance” in den Mittelpunkt für Perspektiven und konkrete Umsetzungen, schon erscheint die 2. Nummer des neuen Fachmediums der österreichischen Erwachsenenbildung mit dem Thema: Lebenslanges Lernen in Österreich, politische, organisatorische, finanzielle und didaktische Anforderungen.
Nichts steht einem intensiven Austausch im Wege. Bitte verwenden Sie die Funktion KOMMENTAR SCHREIBEN (der in der Fußzeile dieses Eintrags mit Farbe hinterlegt erscheint und nach Anklicken das Kommentarfeld öffnet): Wolfgang Jütte und Christian Kloyber, die das L3LAB betreuen, laden Sie ein, mit den AutorInnen des Magazins Erwachsenenbildung.at zu diskutieren. Herzlich Willkommen!




Am 19. November 2007 um 13:48 Uhr
Betreff: Kommentar zu dem Artikel Lebenslanges Lernen: eine (kostenintensive?) Herausforderung für moderne Gesellschaften – Tölle Michael
Aus dem Artikel geht hervor, dass sich Österreich im Bereich der Weiterbildung auf einer „mittleren Position“ befindet. Daraus stellt sich für uns die Frage: Was kann bzw. soll veranlasst werden damit die Weiterbildungsangebote von der österreichischen Bevölkerung mehr frequentiert werden?
Mit freundlichen Grüßen
Daniela Spanner & Dagmar Stoppacher
Am 19. November 2007 um 13:55 Uhr
Betreff:
Stellungnahme zu : Lebenslanges Lenen in Österreich- politische, organisatorische, finanzielle und didaktische Anforderungen
Autor: Gerhard Bisovsky; VHS Meidling
Hilfe und Orientierung zum informellen Selbstlernprozess
Wir stimmen mit dem Autor voll überein, dass die Lernkultur weg von der tradierten Lernkultur verändert werden muss.
Grundsätzlich gilt es laut Bisovsky, von der Instruktion hin zur Begleitung zu kommen.
Dabei scheint uns die Begleitung im Bereich des Möglichen und lässt sich mit der institutionellen Struktur durchaus vereinbaren.
Fraglich erscheint uns hingegen, ob die Förderung von Fähigkeiten und Talenten anstelle von Selektion, angesichts der derzeitigen Lage am Weiterbildungssektor, gelingen kann.
Sind institutionelle Einrichtungen der Erwachsenenbildung dafür gerüstet, die notwendigen Umstrukturierungen aufzunehmen?
Auf welche Weise können konkret die Volkshochschulen dieses Vorhaben verwirklichen, wie weit sind diese mit der Umsetzung und wie sind die Reaktionen der KundInnen?
Mit freundlichen Grüßen,
Hans Alber, Birgit Habenbacher, Kerstin Zechner
Am 19. November 2007 um 14:07 Uhr
Bezugnehmend auf den Artikel von Gerhard Bisovsky, verstehen wir den Text als Anstoß für Institutionen, um selbstorganisiertes Lernen populärer zu machen. Es stellt sich die Frage, ob die grundsätzliche Forderung nach selbstorganisiertem Lernen, zu auferlegten Zwängen bei Erwachsenen führen kann?
Am 19. November 2007 um 14:17 Uhr
Sehr geehrter Dr. Bisovsky,
In Ihrem Text “Wie zeitgemäß sind Institutionen der Erwachsenenbildung?” haten Sie fast, dass privat-persönliche Weiterbildung den Zugang zu Weiterbildung überhaupt eröffnet. Als Konsequenz kann dies den Zugang auch zu beruflicher Weiterbildung erleichtern. Diesen Zusammenhang setzen Sie veraus, da dieses Verhältnis nicht weiter expliziert wird. Wir gehen nicht davon aus, dass dieser Zusammenhang zustande kommt, ohne entsprechene Unterstützung der TeilnehmerInnen.
Was die Definition und Erreichbarkeit der Zielgruppen betrifft, haben wir am Beispiel von KISS, eine Weiterbildungsmaßnahme für Migrantinnen, erfahren, dass eine wohldefinierte Zielgruppe (Migrantinnen aus bildungsfernen Schichten) trotz mehrjähriger Erfahrung von Seiten der Institution (BFI) nicht erreicht werden konnte. Die Weiterbildungsmaßnahme wird vorwiegend von Migrantinnen mit höherem Bildungsniveau in Anspruch genommen.
Wir sehen daher, dass sich die Diskepanz zwischen Definition und Erreichbarkeit der Zielgruppe nicht ohne entsprechende Handlungsstrategie auflösen lässt.
Mit freundlichen Grüßen,
Roduner Silvia, Hamoud Muna
Am 19. November 2007 um 14:19 Uhr
Bezugnehmenden auf den Artikel “Lebenslanges Lernen: Betrachtungen durch die Nachhaltigkeitsbrille”
Gerhild Schutti thematisiert in ihrem Beitrag die geringe Teilnahmebereitschaft älterer ArbeitnehmerInnen an der beruflichen Weiterbildung in Österreich. Aufgrund demogaphischer Entwicklungen möchte die EU in Zukunft auf die Ressourcen, die durch die Weiterbildung älterer Arbeitskräfte freigelegt werden, nicht verzichten.
Es stellt sich die Frage, ob es für 55-bis 64jährige Erwerbstätige nicht legitim ist, sich beruflicher Weiterbildung, d.h. Maßnahmen, die sich allein auf berufliche Qualifizierung beziehen, zu enthalten.
Mit freundlichen Grüßen,
Anita, Irene, Anita
Am 19. November 2007 um 16:50 Uhr
Bezugnehmend auf den Artikel von Niki Harramach:
Obwohl sich die in Anspruchnahme an Weiterbildungsmöglichkeiten in Österreich nach wie vor in Grenzen hält, ist dennoch positiv anzumerken, dass die Quote in den letzten zehn Jahren angestiegen ist.
Das Durchleuchten der vorherrschenden Weiterbildungsangebote am Markt, ist auch unserer Ansicht nach notwendig.
Vor allem sollte die Bevölkerung vermehrt und explizit darüber informiert werden, welche Möglichkeiten ihnen in ihrer Umgebung zur Verfügung stehen. Durch Öffentlichkeitsarbeit und eine gezielte Informationszufuhr könnte die Teilnahme an Weiterbildungen gefördert werden.
Am 19. November 2007 um 21:35 Uhr
Betreff: Artikel von Gerhard Bisovsky
Bisovskys Ansatz, selbstgesteuertes Lernen in Institutionen der Erwachsenenbildung zu bringen, erachten wir zwar als sinnvoll, lässt für uns jedoch offen, wie dessen konkrete Umsetzung aussieht.
Daher stellt sich uns die Frage, ob dieser Ansatz aufgrund von zeitlichen und finanziellen Ressourcen überhaupt zu verwirklichen ist?
Am 19. November 2007 um 21:36 Uhr
Betreff: Artikel von Gerhard Bisovsky
Auch wir sind der Meinung, dass Weiterbildung sowohl Ungleichheiten entgegenwirken, aber auch verstärken kann. Einen Bildungsgutschein auszustellen ist grundlegend eine gute Idee, um Zugangsbarrieren zu öffnen.
Was ist jedoch mit Menschen, die in einem ländlichen Bereich angesiedelt sind, in dem es keine Weiterbildungseinrichtungen gibt, bzw. die Mobilität um Einrichtungen zu erreichen nicht gegeben ist?
Kann ein Bildungsgutschein in diesem Fall Chancen eröffnen?
Am 20. November 2007 um 10:25 Uhr
Betreff: Artikel von Gerhard Bisovsky
Auch wir sind der Meinung, dass Weiterbildung sowohl Ungleichheiten entgegenwirken, aber auch verstärken kann. Einen Bildungsgutschein auszustellen ist grundlegend eine gute Idee, um Zugangsbarrieren zu öffnen.
Was ist jedoch mit Menschen, die in einem ländlichen Bereich angesiedelt sind, in dem es keine Weiterbildungseinrichtungen gibt, bzw. die Mobilität um Einrichtungen zu erreichen nicht gegeben ist?
Kann ein Bildungsgutschein in diesem Fall Chancen eröffnen?
Am 20. November 2007 um 10:27 Uhr
Betreff: Artikel von Gerhard Bisovsky
Bisovskys Ansatz, selbstgesteuertes Lernen in Institutionen der Erwachsenenbildung zu bringen, erachten wir zwar als sinnvoll, lässt für uns jedoch offen, wie dessen konkrete Umsetzung aussieht.
Daher stellt sich uns die Frage, ob dieser Ansatz aufgrund von zeitlichen und finanziellen Ressourcen überhaupt zu verwirklichen ist?
Am 23. November 2007 um 23:45 Uhr
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
vielen Dank für die sehr qualifizierten und herausfordernden Kommentare, die Sie abgegeben haben. Ich werde nun versuchen, auf die einzelnen Beiträge einzugehen und möchte Sie gleich dazu auffordern, kritisch zu replizieren.
Gerhard Bisovsky
Zu Alber, Habenbacher, Zechner
Wie weit kann die Förderung von Fähigkeiten und Talenten anstelle von Selektion vor dem Hintergrund der derzeitigen Lage am Weiterbildungssektor gelingen?
Sie stellen eine sehr wichtige Frage, die noch genauer auszuformulieren wäre. Ich würde sagen, das die derzeitige Lage am Weiterbildungssektor –von der Oberfläche her betrachtet – durch verschiedene und einander widersprechende Entwicklungen und Prozesse gekennzeichnet ist. Neben vielen Ansätzen, die sich etwa mit der Anerkennung und der Entwicklung von Kompetenzen befassen haben wir einen großen Bereich zum Beispiel in der Arbeitsmarkt-politischen Ausbildung, der Talente nicht unbedingt fördert – um nur zwei Beispiele zu nennen. Ich teile den pessimistischen Grundton in Ihrer Einschätzung nur bedingt. Grundsätzlich widersprechen kann ich Ihnen allerdings auch nicht. Der Blick sollte jedoch auch offen sein für andere Entwicklungen und Prozesse. Vieles ist im Rahmen von „Projekten“ entwickelt worden und wird nach Auslaufen der entsprechenden Förderungen leider keine weitere Unterstützung mehr erfahren. Dem kann ich nur die Forderung entgegenhalten, die vor wenigen Wochen im „Dialog zum Lebenslangen Lernen“ im Bundesinstitut für Erwachsenenbildung immer wieder vorgebracht worden ist: Die vielgeforderte kohärente Strategie macht es notwendig, dass von der Projektförderung auf Programmförderung umgestiegen werden muss. Das ist besonders dort vordringlich, wo Innovationen nachhaltig implementiert werden sollen.
Sie stellen weiters die Frage, wieweit die Institutionen der Erwachsenenbildung dafür gerüstet sind, „die notwendigen Umstrukturierungen vorzunehmen“ und legen Ihre Finger auf einen sehr kritischen Punkt, nämlich den der Akzeptanz der „KundInnen“. (Nebenbei gesagt, würde ich hier eher von TeilnehmerInnen als von KundInnen sprechen.) Bei der Implementierung von eLearning, wie sie unter anderem auch in Volkshochschulen durchgeführt worden ist, haben wir feststellen können, dass die Akzeptanz etwa von Blended Learning und die Nutzung von Lernplattformen in einem hohen Ausmaß von der Akzeptanz durch die KursleiterInnen und Lehrenden abhängt. Selbst wenn das Verhalten und das Bildungsverständnis von Lernenden in der Erwachsenenbildung auf den ersten Blick ein eher traditionelles zu sein scheint, ist natürlich die Frage zu stellen woher dieses kommt. Im übrigen habe ich aus meiner praktischen Tätigkeit in der Erwachsenenbildung den Eindruck, dass Lernende durchaus offen sind für neue Methoden und didaktische Ansätze; sie müssen allerdings transparent dargelegt werden, für die Lernenden einen Sinn ergeben und einen Nutzen bringen. Zusammenfassend würde ich sagen, die Bereitschaft zum Wandel und zur Umstrukturierung ist in den Einrichtungen der Erwachsenenbildung da, der Weg ist derzeit noch durch viele einzelne Projekte und Vorhaben gekennzeichnet, die einer systematischeren Aufarbeitung bedürften.
Zu Pichler, Jüttner und Willwohl
Ich bin der festen Überzeugung, dass sich gerade die Institutionen der Erwachsenenbildung verstärkt mit dem selbstorganisierten Lernen auseinander setzen müssen. An ihnen liegt es auch, diese und ähnliche Formen des Lernens, die in vielen Fällen von Menschen gar nicht als Lernen akzeptiert werden, als solches sichtbar und auch anerkennbar (Stichwort: Akkreditierung) zu machen. Ich kann Ihrem Argument, dass dabei Zwänge auferlegt werden können, einiges abgewinnen. Die Institutionen der Erwachsenenbildung, besser: Ihre VertreterInnen, sollen diese Diskussion immer mit der Perspektive führen, dass ein demokratisches Gemeinwesen auch den Widerstand oder die Nicht-Teilnahme zulassen muss. Der Universitätsdozent Ludo Moritz Hartmann, einer der Begründer der Wiener Volksbildung, hat das „Denken lehren“ zum obersten Prinzip freier Volksbildung erhoben. Dieses hat bis heute nichts von seiner Gültigkeit verloren. Jedem kritische Hinweis auf möglicherweise einschränkende Implikationen auch und gerade in der Bildungsdebatte muss seriös nach gegangen werden.
Wir werden uns auch damit auseinander setzen müssen, dass viele Antworten zum Weiterbildungsverhalten bei Umfragen „zwanghaftes“ Verhalten widerspiegeln. Könnte es nicht sein, dass bejahende Antworten zur Weiterbildungsbereitschaft oder gar zur Weiterbildungsteilnahme auf den Zwang zur Weiterbildung bzw. umgekehrt auf die Tabuisierung der Nichtteilnahme zurück zu führen sind? Wertvolle Hinweise darauf finden sich in der Dissertation von Sandra Schaffert, die Differenzen zwischen den Angaben in den Umfragen zu Weiterbildungsaktivitäten und den tatsächlichen Aktivitäten (gemessen in Zeitverwendungsstudien) konstatiert: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/7508/
Zu Roduner und Hamoud
Ich kann Ihnen in Ihrer Einschätzung nur recht geben. Die Definition einer Zielgruppe und ihre tatsächliche Erreichbarkeit klaffen in vielen Fällen völlig auseinander. Die Auseinandersetzung über die notwendigen Handlungsstrategien kann wahrscheinlich nur sehr konkret und sehr Kontext-bezogen geführt werden. Eine Illusion scheint es mir zu sein, die Erreichbarkeit sogenannter bildungsferner Zielgruppen beinahe alleine den Bildungseinrichtungen zu überlassen. Mit Programmen wie „Mama lernt Deutsch“ konnten gute Erfahrungen gemacht werden, indem Städte mit Bildungsträgern zusammen gearbeitet haben und durch entsprechende Strategien, auch durch ein strategisch ausgerichtet didaktisches Konzept, konnte die Zielgruppe tatsächlich erreicht werden. Gerne möchte ich Sie zu einer vertiefenden Auseinandersetzung über Handlungsstragien zur Erreichbarkeit „bildungsferner“ Zielgruppen einladen.
Zu Albert, König, Reith, Schröck
Sie stellen zurecht die Frage, ob die derzeit zur Verfügung stehenden (zeitlichen und finanziellen) Ressourcen die Umsetzung selbstgesteuerten Lernens in Institutionen überhaupt möglich machen. Keine Frage, dazu sind zusätzliche Ressourcen notwendig. Einige davon werden durch Projekte des Unterrichtsministeriums, die aus nationalen (bm:ukk, Länder, usw.) und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (esf) finanziert werden, ermöglicht. Das ist ein Beginn, dem Programmschwerpunkte folgen sollten. Können wir in der Erwachsenenbildung hier mit der Unterstützung der Universitäten rechnen?
Bildungsgutscheine alleine werden, wie Sie selbst anmerken, eine fehlende Infrastruktur an Bildungseinrichtungen nicht kompensieren können. Denkbar wären Kooperationen verschiedener Einrichtungen, Organisationen und Gebietskörperschaften, wie wir sie in einigen Modellprojekten zu „Lernenden Regionen“ beobachten können oder auch im Rahmen der Ortsbildungsräte in Südtirol. Beispiele lokal kontextuierter Aktivitäten finden sich in vielen südeuropäischen Ländern. Das in der Steiermark durchgeführte Projekt EREB (Erweitere regionale Erwachsenenbildung) ist meiner Meinung auch ein gutes Beispiel: http://www.bukeb.at/leitlin/kellner.doc
Am 27. November 2007 um 11:00 Uhr
Ich möchte mich gerne auf die Antwort von Hr. Bisovsky zu Alber, Habenbacher, Zechner beziehen, speziell auf den Themenpunkt eLearning. Ich habe selbst auf der WU Wien mit einer umfangreichen Lernplattform gearbeitet, aber ich denke, dass TeilnehmerInnen, mit wenig Computerkenntnissen, das Lernen mittels eLearning deutlich erschwert wird. Deshalb sollte im vorhinein eine Untersuchung dieser Fertigkeiten stattfinden. Wenn sie vorhanden sind, dann kann meiner Meinung nach, ein Kurs, in Bezug auf seine Methoden, effizient genutzt werden. Anderenfalls würde das Erlernen von PC-Fähigkeiten ein eigenes Seminar ausfüllen.
Am 1. Dezember 2007 um 16:51 Uhr
Sehr geehrter Dr. Bisovsky
Laut der Mittelung der Europäischen Kommission 2006, Erwachsenenbildung: Man lernt nie aus, kann die Erwachsenenbildung entscheidend zur Erhöhung von Employability und Mobilität sowie zur verbesserten sozialen Integration in Europa beitragen, da sie allen BürgerInnen den Erwerb von Schlüsselqualifikationen ermöglicht.
Trotz verschiedener Basisaktionsprogramme der EU – Sokrates, Leonardo da Vinci, Aktion Jugend, Grundtvig innerhalb von Sokrates– beklagt die Kommission ein Auseinaderklaffen von politischem Diskurs und Realität.
Das erste große Problem der Erreichbarkeit aller BürgerInnen – vor allem der bildungsfernen unter ihnen – haben wir bereits ausführlich diskutiert.
Nun drängt die EU Kommission auf Umsetzung, denn sie sieht den Grund für die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis nicht in der ungenügenden Planung oder in den fehlenden Strategien der Mitgliedstaaten, sondern in der Umsetzungsphase.
Darin sehe ich ein weiteres Problem, weil die Mitgliedstaaten dazu gedrängt werden, die entworfenen Maßnahmenpakte unter dem Druck der EU Richtlinien und Zeitvorgaben so schnell als möglich in die Praxis umsetzen. Hinzu kommt der Ergeiz, im europäischen Vergleich möglichst gut abzuschneiden, was dazu führen könnte, dass Sinn, Angemessenheit und Wirksamkeit der Maßnahmen in den Hintergrund geraten.
Die EU Kommission fordert die Verbindung von Effizienz und Gerechtigkeit in der Erwachsenenbildung. Doch gerade bei der Erreichbarkeit Bildungsferner sind Effizienz und Gerechtigkeit, schwer vereinbar. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Bildungsinstitutionen und regional- resp. lokalpolitischen Gremien braucht Zeit und Fingerspitzengefühl. Bei einem Gespräch mit der Gender Mainstreaming Beauftragten des AMS Steiermark kam ein Programm zur Erreichbarkeit bildungsferner Frauen in der Steiermark zur Sprache. Sie schilderte, mit welchem Aufwand allein die Bewusstseinsbildung in den einzelnen Gemeinden verbunden ist, damit ein solches Projekt von den lokalen Stakeholdern getragen wird. Sollen die Qualifikationen der weiterbildungsresistenten Erwerbstätigen verbessert werden, so muss aus meiner Sicht Effizienz hinter Nachhaltigkeit und Qualität zurückstehen, weil diese Zielgruppe – ist sie einmal erreicht – einer hohen Sensibilität seitens der Institutionen und Lehrkräfte bedarf. Darin sehe ich auch eine große Herausforderung für beide Seiten, für die Weiterbildungsinstitutionen wie auch für die ErwachsenenbildnerInnen.
Quelle: Europäische Kommission (2006): Erwachsenenbildung: Man lernt nie aus. Mitteilung der Kommission KOM (2006) 614 endgültig. Brüssel, 23.10.2006.
Am 1. Dezember 2007 um 17:02 Uhr
Anmerkung zu Eva Willwohls Kommentar vom 27.11.2007:
Auch ich habe an einem Blende-Learning-Seminar an der KFU Graz teilgenommen.
Ich habe mich bereits vor Seminarbeginn mit der Lernplattform auseinadergesetzt, was sich als sehr vorteilhaft erwiesen hat. Viele meiner KollegInnen hatten erhelblich Probleme im Umgang damit.
Darüber hinaus stellt ein Blended-Learning-Seminar sehr hohe Anforderungen an die Hardware der TeilnehmerInnen.
In meinem Fall stellte der zentrale Informatik Dienst (ZID) der Universität Graz zwar Computer zur Verfügung, an denen kostenlos gearbeitet werden kann und die ein technisch problemloses Arbeiten im WebCT ermöglichen, doch der Vorteil der zeitlichen und örtlichen Flexibilität kommt nicht mehr zum tra-gen. Die Öffnungszeiten des ZID, lange Wartezeiten auf einen freien Arbeitsplatz, Probleme mit dem Download auf externe Datenträger (CD, USB-Stick) oder dem zentralen Drucker schränken den Komfort weiter ein. Wer also aus familiären und/oder beruflichen Gründen darauf angewiesen ist, auch am Abend und an Wochenenden zu arbeiten, ist auf einen privaten Zugang zur Lernplatt-form angewiesen. Die Anforderungen an die private technische Ausrüstung von Studierenden, die erfolgreich an netzbasierten Lernarrangements teilnehmen wollen, sind sehr hoch. In meinem Fall hat sich sehr bald herausgestellt, dass mein analoger Netzzugang hoffnungslos überfordert ist. Die Umstellung auf ein Breitbandinternet brachte nicht nur Installationsprobleme mit sich, sondern auch höhere monatliche Kosten.
Am 2. Dezember 2007 um 11:01 Uhr
Betreff: Artikel von Wilhelm Filla
Sehr geehrter Herr Professor Filla!
Im Zuge der Bearbeitung Ihres Textes: Strukturen als Gestaltungsprinzip von Erwachsenenbildung sind wir auf Seite 5 auf einen interessanten Teilaspekt gestoßen, zu dem wir gerne weitere Ausführungen hätten.
Konkret bezieht sich unsere Frage auf den 3. Punkt Ihrer Forderungen an die Erwachsenenbildung, in dem Sie die Zurückdrängung der Qualifikation durch Praxis bei gleichzeitiger Forcierung der erwachsenenpädagogischen Aus-und Weiterbildung postulieren.
In wie weit sollte Ihrer Meinung/Erfahrung nach die Praxis der in der Erwachsenenbildung Tätigen zurückgestellt werden und welchen Stellenwert würden Sie der Praxis überhaupt einräumen?
Mit freundlichen Grüßen
Astrid Koreimann
Dagmar Masser
Am 3. Dezember 2007 um 12:38 Uhr
Ich möchte mich auf das Kommentar von Silvia Rodunder beziehen und ihren Aspekt weiterspinnen. Ebenso kann das Statement auf den Artikel von Schutti Gerhild bezogen werden, da auch Sie von der Nachhaltigkeit und der Ressource von älteren ArbeitnehmerInnen spricht. Die europäische Kommission schreibt in ihrem Mitteilungsblatt, dass der demographische Wandel beziehungsweise der Alterungsprozess innerhalb der europäischen Bevölkerung als Herausforderung für die Erwachsenenbildung gesehen werden muss. Die Kommission versucht konkrete Lösungsansätze und Umsetzungsmöglichkeiten aufzuzeigen, um die ältere Generation als Ressource im Weiterbildungs- und Arbeitsmarkt wahrzunehmen. Ich kann diesen Ansatz durchaus zustimmen und halte es für wichtig, diese Zielgruppe in der Erwachsenenbildung verstärkt zu involvieren. Jedoch stellt sich für mich die Frage, warum diese Ansätze noch nicht konkret und verstärkt in der Praxis umgesetzt worden sind. Die Entwicklung der Gesellschaft, hin zu einer immer älter werdenden Bevölkerung, ist schon seit Jahren bekannt und hätte schon in der Praxis Anklang finden müssen. Diese Tatsache, dass die Beteiligung der älteren Generation in Österreich an nicht formaler beruflicher Weiterbildung im europäischen Ländervergleich im Mittelfeld, allerdings deutlich hinter den skandinavischen Ländern liegt und die Weiterbildungsbeteiligung älterer ArbeitnehmerInnen unmittelbar mit einer hohen Arbeitsmarktbeteiligung der Menschen über 55 einhergeht zeigt deutlich, dass hier ein Nachholbedarf besteht, so Schutti. Daher sehe ich hier ein großes Potenzial für die Erwachsenenbildung.
Mit freundlichen Grüße,
Irene Hölblinger
Quelle: Europäische Kommission (2006): Erwachsenenbildung: Man lernt nie aus. Mitteilung der Kommission KOM (2006) 614 endgültig. Brüssel, 23.10.2006.
Schutti, Gerhild: : Lebenslanges Lernen: Betrachtungen durch die Nachhaltigkeitsbrille. In: Magazin der Erwachsenenbildung. Nr.2. 2007.
Am 3. Dezember 2007 um 19:56 Uhr
Liebe KollegInnen!
Da von zwei Kolleginnen die Themen E-Learning und Blended-Learning aufgegriffen worden sind, haben wir uns überlegt, diese beiden Begriffe näher zu beleuchten.
Wir werden diese kurz beschreiben und die Vor- und Nachteile schildern. Wir möchten daher diese Plattform nutzen, um von euch Rückmeldungen über eure Erfahrungen zu diesen beiden Themen zu erhalten.
E-Learning:
E-Learning („electronic learning“) ist der Oberbegriff für alle Formen computerunterstützen-den Lernens. Weiters wird darunter auch das internetgestützte Lernen verstanden. Daraus er-geben sich vier Lehr-Lern-Formen:
1. Teleteaching
2. Teletutoring
3. Telekooperation
4. Mediengestütztes Selbststudium
Die Vorteile von E-Learning sind:
•Multimedialität
•viele Sinne werden angesprochen (das Gelernte kann besser im Gedächtnis gespeichert werden)
•Verbindung von Arbeiten und Lernen (Zeit-, Orts- und Personen Ungebundenheit)
•Individualisierung beim Lernen durch adaptiv gestaltete, differenziert aufbereitete Lernin-halte
•Interaktivität mit TutorInnen oder anderen Lernenden
Die Nachteile lauten:
•fehlende Motivation der TeilnehmerInnen
•es fehlt die Lernzeit
•Verständnisprobleme werden nicht schnell genug behoben
•die Lernenden benötigen mehr Zeit für das selbstständige Erarbeiten der Lerninhalte
•Erfahrungsaustausch ist viel schwieriger
Blended-Learning:
Ist eine Form des Präsenz-Distanz-Lernens mit einem Methoden-, Medien- und Konzeptmix.
Integrativ ist der Ansatz des Blended Learning in mehrfacher Hinsicht:
1.Blended Learning verbindet Lernen durch lehrerInnengesteuerte Instruktion mit Lernen durch selbstgesteuerte Konstruktion.
2.Blended Learning verknüpft unterschiedliche Lernformen wie angeleitetes und eigenver-antwortliches Lernen, rezeptives und exploratives Lernen, individuelles und kooperatives Lernen.
3.Blended Learning bringt Face-to-Face-Learning und Online-Offline-Learning zusammen.
Die Vorteile von Blended-Learning:
•lässt sich besonders gut an die Rahmenbedingungen und verschiedenen Lernstile anpas-sen, was die Motivation und den Lernerfolg steigert
•kombiniert verschiedene Lehr-/Lernformen in Form gemischter Lernarrangements, was der Nachhaltigkeit des Lernens nützt
•lässt sich ohne großen organisatorischen Aufwand implementieren
•setzt keine besonderen technischen Kompetenzen bei den Lernenden voraus, was die Hemmschwelle herabsetzt.
Schwierigkeiten können sich dadurch ergeben, dass
•die Zeitpunkte für die Präsenzphasen wegen der individuellen Lernweise und den indivi-duellen Lernproblemen der TeilnehmerInnen terminlich nicht leicht abzustimmen sind
•es nicht immer gelingt, klare praxisbezogene Prüfungsfragen für die doch recht heteroge-nen NutzerInnen zu formulieren
•die Lernzeiten nicht realistisch eingeschätzt werden.
Unserer Meinung nach, ist das Blended-Learning eine Lehr-/Lernform, die für uns eher in Frage kommen würde als E-Learning. Wir denken, dass durch das E-Learning der persönliche Kontakt zu den Mitlernenden fehlt und dies sich auf die Leistungen negativ auswirken könnte.
Herzliche Grüße
Daniela Spanner und Dagmar Stoppacher
Wiater, Werner (2007): Wissensmanagement. Eine Einführung für Pädagogen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozailwissenschaften
Am 4. Dezember 2007 um 00:26 Uhr
Sehr geehrter Herr Dr. Landertshammer!
In ihrem Artikel „Die Schlüsselstellung der beruflichen Weiterbildung im LLL-Prozess und Vorschläge zu ihrer Finanzierung“ sprechen Sie konkrete Finanzierungsmöglichkeit für den Weiterbildungsbereich an. Im Detail wird auf die privaten Investitionen einschließlich der prämierten Einlagen von Bildungskonten sowie die Erhöhung des Bildungsfreibetrags eingegangen. Leider nur am Rande wird die Förderung für gering qualifizierte bildungsferne Gruppen erwähnt. Mich würde nun interessieren, wie im Konkreten diese Förderung aussieht?
Mit freundlichen Grüßen,
Uta Ganev
Am 4. Dezember 2007 um 11:55 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Daniela Spanner und Dagmar Stoppacher vom 19.11.2007, Bezug nehmend auf den Artikel von Michael Tölle: „Lebenslanges Lernen: eine (kostenintensive?) Herausforderung für moderne Gesellschaften.
Auf die Frage hin, was getan werden kann um die Teilnahme an Weiterbildung in Österreich zu erhöhen, ergibt sich meiner Einschätzung nach, als ein wichtiges Basiselement, folgende Schlussfolgerung:
Oft scheitert die Beteiligung am Prozess des Lebenslangen Lernens an den dafür notwendigen finanziellen Mitteln der Einzelnen. Um die Teilnahme von Erwachsenen an Weiterbildungsprogrammen zu erhöhen, sollte diese deshalb in erster Linie durch die Öffentliche Hand stärker finanziert werden.
Ich verstehe Bildung allem voran als öffentlichen Auftrag und Recht eines jeden Menschen. Sie wird (zwar) durch Weiterbildungseinrichtungen umgesetzt, muss jedoch von der Öffentlichen Hand getragen werden um eine Teilnahme aller Mitglieder einer Gesellschaft zu ermöglichen.
Am 4. Dezember 2007 um 11:56 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Anita Rieger, Irene Hölbinger und Anita Giener vom 19.11.2007, Bezug nehmend auf den Artikel von Gerhild Schutti: „Lebenslanges Lernen: Betrachtungen durch die Nachhaltigkeitsbrille“.
Ich denke es ist natürlich legitim, dass sich 55- bis 64jährige Erwerbstätige beruflicher Weiterbildung enthalten. Doch meiner Ansicht nach, ist es Aufgabe der Erwachsenenbildung die Möglichkeit der Weiterbildung bereit zu stellen und vor allem eine entsprechende Motivation für die Individuen zu bieten. Weiterbildung beschränkt sich auch nicht auf den beruflichen Bereich, sondern eröffnet insbesondere die Chance sich persönlich weiter zu bilden. Gerade für ältere Menschen sollte das eine Motivation sein, um sich in der Gesellschaft neu positionieren zu können und nicht an den Rand gedrängt zu werden. Wie auch Gerhild Schutti es formuliert, sollte „die Motivation zum LLL (…) nicht länger über das Bedrohungsszenario ‚Wohlstandsverlust, Arbeitslosigkeitsrisiko’ erzeugt [werden], [sondern] vielmehr über eine Einladung zum Nachdenken/Mitwirken an einer nachhaltigen Entwicklung von Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft“ (S. 8).
Am 4. Dezember 2007 um 11:56 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Doris Diethart, Sabine Lederhaas und Sabine Wolf vom 19.11.2007, Bezug nehmend auf den Artikel von Niki Harramach: „Was Hänschen nicht lernte, muss Hans allemal lernen. Berufliche Aus- und Weiterbildung 10 Jahre nach dem Jahr des Lebenslangen Lernens.
Auch ich empfinde mehr „Öffentlichkeitsarbeit und eine gezielte Informationszufuhr“ als notwendig um die Teilnahme an Weiterbildung zu erhöhen. Meiner Einschätzung nach ist eines der wesentlichsten Probleme im Zusammenhang mit der Nichtteilnahme am Prozess des Lebenslangen Lernens, das Unwissen, die fehlende Information und die Unübersichtlichkeit am Weiterbildungsmarkt. Auch mir fehlt mittlerweile der Überblick über das vielfältige Angebot an Weiterbildung. Nur zu gut kann ich daher nachvollziehen, dass es vielen Menschen am grundlegenden, der Information, fehlt. Problematisch ist, dass diese Information Voraussetzung für die Teilnahme an Weiterbildung ist. Ein wichtiger Schritt wäre also, hier anzusetzen.
Am 4. Dezember 2007 um 12:03 Uhr
Sehr geehrte Mag.a Schutti,
Sie sprechen am Beginn ihres Artikels vor allem ökonomische Aspekte von „Nachhaltiger Weiterbildung“ an. Ich gebe Ihnen Recht, dass unausgeschöpftes Bildungspotential von MigragentInnen und älteren ArbeitnehmerInnen aus ökonomischer Sicht im Hinblick auf den demographischen Wandel sich längerfristig negativ auf unsere Volkswirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit auswirken würde. Aber, und hier stimme ich Ihnen voll zu, die Motivation zu „Lebenslangem Lernen“ allein unter dem Gesichtspunkt des „Employbility-Arguments“ zu sehen, greift sicherlich zu kurz. Dies kann einem „Sustainable Developement“, in dem Nachhaltigkeit auch als Bildungsziel betrachtet wird, nicht gerecht werden.
Wenn sich nun die BiNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) für eine nachhaltige Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaftsentwicklung einsetzt, so würde ich mir eine Ausrichtung der Bildungsinhalte auf nachfolgende Schlüsselkompetenzen, wie sie Oskar Negt definiert, wünschen:
Identitätskompetenz: zum Umgang mit bedrohter und gebrochener Identität,
Orientierungskompetenz: zur Verarbeitungsfähigkeit von Informationen in Zusammenhängen
Ökologische Kompetenz: zum pfleglichen Umgang mit Menschen, Natur und Dingen,
Technologische Kompetenz: um gesellschaftliche Wirkung von Technik zu begreifen,
Ökonomische Kompetenz: um wirtschaftliche Zusammenhänge des Gemeinwesens zu verstehen ohne Reduktion der Ökonomie auf Betriebswirtschaft,
Gerechtigkeitskompetenz: Sensibilität für Diskriminierung, für Recht und Unrecht, für Gleichheit und Gerechtigkeit,
Historische Kompetenz: Erinnerungs- und Utopiefähigkeit, Umgang mit Zeit.
(Negt 1985, S. 23)
Insofern wäre für mich eine Institution wie BiNE, die in diesem Sinn für die Nachhaltigkeit von Bildungsinhalten und Bildungszielen verantwortlich zeichnet, und ein ganzheitliches Gestalten und Umsetzen von LLL forciert, von großer Bedeutung.
Für mich stellt sich nun in diesem Zusammenhang die Frage, wieweit die BiNE bereits im österreichischen Bildungssystem, von Kindergarten bis zur Weiterbildung, Einfluss auf „Sustainable Developement“ nehmen kann?!
Mit freundlichen Grüßen
Anita Rieger-Kirnbauer
Am 5. Dezember 2007 um 00:07 Uhr
Ich beziehe mich auf die Kommentare von Frau Willwohl, Roduner und Hölblinger.
Keine Frage, Lernende mit wenigen oder nicht ausreichenden Computerkenntnissen werden sich beim eLearning möglicherweise schwer tun. Daher ist es meiner Meinung nach einmal notwendig, dass Zugänge zum eLearning aufgebaut werden, die “niederschwellig” sind. Das könnte eventuell dort beginnen, wo an konkreten Interessen der Leute angesetzt wird. Aus praktischer Erfahrung in unserer Arbeit mit älteren Menschen kann ich berichten, dass, kaum wurde der Computer erlernt, alles Weitere sehr schnell geht. Ich bin aber auch der Überzeugung, dass wir ein gutes System der Bildungsberatung und der Lernberatung brauchen, in dem mit InteressentInnen abgeklärt wird, welche Lernbedarfe sich ergeben und welche Lernformen sich besonders gut eignen. Ich sehe dies als Chance, den Zugang zum Weiterlernen zu verbreitern. “eLearning” – in welcher Form auch immer, das muss sich ja nicht nur auf Lernplattformen beziehen – wird dabei auch ein wichtiger Bestandteil sein. Zudem sollten wir uns gerade in der Arbeit mit sogenannten Bildungsfernen die Elitenbildung anschauen. Dort wird mit Portfolios, konkret mit ePortfolios, an der Entwicklung von Fähigkeiten und Talenten gearbeitet. Also warum nicht auch mit jenen Menschen, die diese Bildungsnähe noch nicht haben? Es gibt natürlich viele Gründe, die – auf den ersten Blick gesehen – dagegen sprechen, aber wir sollten uns den Blick auf das Mittelmeer nicht verstellen lassen, nur weil einige Berge dazwischen liegen.
Der politische Diskurs und die Realität sind nicht kongruent. Wie Sie richtig anmerken, liegen die Probleme in der Umsetzungsphase. Mein Eindruck ist, dass hier in vielen Fällen die geforderte “Governance” fehlt, die sowohl von “oben” kommen muss, als auch von den Einrichtungen selbst praktiziert werden muss. Problematisch finde ich es, dass etwa gesellschaftliche Problemlagen wie nicht ausreichende Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen nicht durch breit angelegte Kampagnen unterstützt werden. Es ist eine völlige Überforderung der Bildungsträger, wenn sie ohne öffentliche Unterstützung zur Bewältigung solcher Aufgaben oft alleine gelassen werden.
Die Frage nach Effizienz und Gerechtigkeit ist eine, die Sie zu Recht in diesem Kontext kritisieren. Ich stimme Ihnen voll zu, dass Effizienz nicht “zu Tode sparen” heißen kann und Effizienz auch nicht das oberste Kriterium sein darf bei der Bewertung von Bildungsaktivitäten. Auf der anderen Seite ist es wohl nicht unberechtigt, die Frage zu stellen, wie und wofür öffentliche Mittel eingesetzt werden. Der Mitteleinsatz muss auch begründbar sein. Die Transparenz über die Verwendung öffentlicher Mittel sollte wohl für alle Aufgabenbereiche gelten – also auch für die Bildung. Dass Zeit ein sehr zentraler Faktor in der Bildung ist, dem kann ich ebenfalls nur zustimmen.
Derzeit laufen viele mit europäischen Mitteln kofinanzierte Projekte. Die Gefahr, dass die erarbeiteten innovativen Ansätze wieder verschwinden, sobald die Projekte ausgelaufen sind, ist groß. Beim Forum Dialog Lebenslanges Lernen Ende Oktober in Strobl haben wir unter anderem auch gefordert, dass es notwendig sein wird, Programmschwerpunkte zu etablieren, um die Nachhaltigkeit von Bildungsaktivitäten zu verbessern und wohl auch, um deren Effektivität zu erhöhen.
Gerhard Bisovsky
Am 5. Dezember 2007 um 17:37 Uhr
Bezugnehmend auf das Kommentar von Anita Rieger, Irene Hölblinger und Anita Giener zum Text "Lebenslanges Lernen: Betrachtung durch die Nachhaltigkeitsbrille" von Gerild Schutti.
Wir sind der Ansicht, dass die berufliche Weiterbildung von älteren Erwerbstätigen durchaus ein Potential darstellt, da diese Personengruppe ein enormes Fachwissen aufweisen, das für den Betrieb bzw. jüngere MitarbeiterInnen sehr vorteilhaft sein kann. Jedoch stellt sich für uns die Frage: "Inwieweit soll die Finanzierbarkeit der geplanten Steuererleichterungen für Betriebe – welche ältere Erwerbstätige beschäftigen – von statten gehen?"
Mit freundlichen Grüßen
Kathrin, Lusie & Herbert
Am 5. Dezember 2007 um 18:48 Uhr
Bezugnehmend aud die Kommentare von Doris Diethart, Sabine Lederhaas, Sabine Wolf und Daniela Ramsbacher zum Artikel von Niki Harrachmann:”Was Hänschen nicht lernte, muss Hans allemal lernen. Berufliche Aus- und Weiterbildung 10 Jahre nach dem Jahr des Lebenslangen Lernens.
Wie meine Kolleginnen bereits erwähnt haben, empfinde ich es ebenso als sehr wichtig, dass die Bevölkerung bessere und detailiertere Informationen über das Weiterbildungsangebot in ihrer Umgebung erhalten sollten.
Es geht aber hierbei nicht nur um das Problem, dass es bereits ein extrem undurchschaubares Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten gibt, sondern auch um die großen Qualitätsunterschiede der verrschiedenen Angebote.
Niki Harrachmann schreibt in seinem Artikel, dass es viel zu viele Trainingsanbieter gibt und diese oft ein niedriges Qualitätsniveau aufweisen.
Daher empfinde ich z.B. das Verfahren der Kundenzertifizierung als sehr positiv. Der/die Teilnehmer/in eines Weiterbildungsangebots kann, nach Beendigung des Kurses sicher beurteilen, ob dieser eine hohe oder eher niedrigere Qualität hatte und dieser vorteilhaft war, oder auch nicht. Ein solches feed-back, sei es nun positiv oder negativ, kann für das Qualitätsniveau in Zukunft sicherlich Vorteile mit sich bringen.
Mit freundlichen Grüssen
Machherndl Maria-Luise
Am 5. Dezember 2007 um 18:57 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Daniela Ramsbacher vom 04.12.2007; Bezugnehmen auf den Artikel von Michael Tölle: “Lebenslanges Lernen: ein (kostenintensive?) Herausforderung für moderne Gesellschaften.
Wir können deiner Schlussfolgerung nur zustimmen, dass Weiterbildungspro-gramme durch die Öffentliche Hand stärker finanziert werden sollten. Tölle schreibt in seinem Artikel – nach dem Stand 2004 – das Unternehmen rund 900 Millionen Euro jährlich, die Individuen etwa 800 Millionen jährlich und die öf-fentlichen Hand für die Erwachsenenbildung knapp 300 Millionen Euro inves-tieren. Um einen ausgewogenen Finanzierungsmix zu erreichen – 1/3 Unter-nehmen, 1/3 Individuen, 1/3 öffentliche Hand – müssten Bund, Länder und Ge-meinden 500 Millionen Euro zusätzlich finanzieren.
Wir sind auch der Meinung, dass die Finanzierung – so wie Tölle schreibt – ge-recht verteilt sein müsste. Natürlich glauben auch wir, dass die Weiterbildungs-programme mehr frequentiert werden würden, wenn sie zum Großteil von öf-fentlicher Hand finanziert werden würden.
Herzliche Grüße
Dagmar Stoppacher & Daniela Spanner
Tölle, Michael: Lebenslanges Lernen: eine (kostenintensive?) Herausforderung für moderne Gesellschaften In: Magazin der Erwachsenenbildung. Nr.2. 2007.
Am 5. Dezember 2007 um 19:18 Uhr
Bezugnehmend auf das Kommentar von Doris Diethart, Sabine Lederhaas & Sabine Wolf zum Text “Was Hänschen nicht lernte, muss Hans allemal lernen. Berufliche Aus- und Weiterbildung 10 Jahre nach dem Jahr des Lebenslangen Lernens” von Niki Harramach.
Ich schließe mich dieser Ansicht an, dass die Bevölkerung gezielt bzw. detaillierter über Weiterbildungsmöglichkeiten informiert werden sollte. Ein wichtiger Punkt den man nicht vergessen darf ist, dass nicht jeder Zugang zu Weiterbildungsmöglichkeiten hat bzw. oftmals die notwendigen Informationen dahingehend fehlen.
Jeder sollte die Möglichkeit haben diverse Weiterbildungsangebote zu frequentieren.
Ein weiteres Problem welches sich in diesem Kontext häufig stellt ist, dass für viele Personen der finanzielle Aspekt eine sehr große Rolle spielt. Aus diesem Grund stellt sich die Frage der Teilnahme vs. Nicht Teilnahme an diversen Angeboten oftmals erst gar nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Kathrin Huber
Am 5. Dezember 2007 um 22:20 Uhr
Bezugnehmend auf das Kommentar von Spanner Daniela & Stoppacher Dagmar zum Text „Lebenslanges Lernen: eine (kostenintensive?) Herausforderung für moderne Gesellschaften“ von Tölle Michael.
Ich habe mir ebenfalls die Frage nach dem „Was soll veranlasst werden, damit die Teilnahmequote an Weiterbildungsangeboten steigt ….“ gestellt. Dabei komme ich unweigerlich zu der nächsten Frage: Aus welchem Grund befindet sich Österreich auf der „mittleren Position“ bzw. welche Ursachen resultieren daraus. Es gibt zwar eine Vielzahl an Weiterbildungsangeboten, jedoch werden diese noch immer nicht ausreichend genutzt. Es müssen die Rahmenbedingungen für den Einzelnen geschaffen werden, dabei spielt der finanzielle Aspekt für viele eine große Rolle. Die Investitionen in die Erwachsenbildung sollen/müssen steigen, da dies einen wichtiger Faktor für die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen darstellt.
Mit freundlichen Grüßen
Kathrin Huber
Am 5. Dezember 2007 um 23:39 Uhr
Betreff: Artikel von Michael Tölle
Bezugnehmend zu den Kommentaren von Daniela Ramsbacher vom 4. 12. 2007 und von Daniela Spanner u. Dagmar Stoppacher vom 5. 12.
Ich stimme zu, dass der Weiterbildungssektor mehr von der öffentlichen Hand finanziert werden muss. Nur durch eine bessere Finanzierung ist gewährleistet, dass die Weiterbildungsprogramme leichter in Anspruch genommen werden können. Ich bin jedoch der Meinung, dass alleine durch die Bereitstellung der finanziellen Ressourcen das Problem an sich nicht gelöst ist. Nicht nur die finanzielle Hürde lässt Menschen nicht an Weiterbildungprogrammen teilnehmen. Oft sind auch persönliche, private Gründe (Scham & Angst) oder auch die Erreichbarkeit der Institutionen ein Hindernis.
Die Vernetzung der der Weiterbildungsinstitutionen, transparenter Informationsfluss und eine Bereitschaft zur Mobilität in der Erwachsenenbildung stellt für mich eine weitere Möglichkeit dar, dass mehr Teilnehmer/innen Weiterbildungsangebote frequentieren.
Mit freundlichen Grüßen
Stimniker Herbert
Am 6. Dezember 2007 um 00:29 Uhr
Bezugnehmend auf den Artikel von Dr. Niki Harramach und dem Kommentar von Maria Luise Machherndl
Die Kundenzertifizierung ist meiner Meinung nach nicht für alle Bereiche der Weiterbildung sinnvoll, da die Objektivität seitens der Teilnehmer/innen nicht konstant sein kann. Sympathie spielt, so wie in vielen Bereich des Lebens, eine sehr große Rolle. So kann es mit Sicherheit leicht passieren, dass man zwar eine gute Bewertung bekommt – aber nicht aufgrund der vermittelten Inhalte. Weiters spielt es eine Rolle ob die Weiterbildung selbst- oder fremdfinanziert (Ams, Arbeitgeber etc.) wird. Es ist daher in Frage zu stellen, ob die Kundenzertifizierung als Indikator für Qualität herangezogen werden kann.
Am 7. Dezember 2007 um 08:43 Uhr
Kommentar zum Beitrag von Daniela Ramsbacher vom 04.12.2007.
Ich bin ebenso der Meinung, dass Erwachsenenbildung für ältere Menschen eine Chance bietet sich neu positionieren zu können. Jedoch sehe ich diese Chance nicht nur durch die TeilnehmerInnenrolle erhöht. Vielmehr sehe ich Chance darin, als WeiterbildnerInnen auftreten zu können und durch ihr Erfahrungspotential einen wesentlichen Beitrag zum BiNE-Konzept zu leisten. Es bedarf geradezu dieser Einladung zum Nachdenken/Mitwirken in Bezug auf die Entwicklung von Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Ich möchte an dieser Stelle auch einen Rückgriff auf Oskar Negt machen und auf die von ihm geforderte historische Kompetenz hinweisen. Bildungs- Grenz- aber auch Frustrationserfahrungen der vergangenen Jahrzehnte – können meines Erachtens – am besten durch generationsübergreifende und austauschorientierte Settings transportiert und reflektiert werden. Einem „chronischen Gedächtnisverfall“ kann somit entgegen gehalten werden und nachhaltiges Lernen wird gefördert (Negt 1999, S. 400)
Liebe Grüße
Schutti, Gerhild: : Lebenslanges Lernen: Betrachtungen durch die Nachhaltigkeitsbrille. In: Magazin der Erwachsenenbildung. Nr.2. 2007.
Negt, Oskar (1999): Kompetenzerwerb und Schlüsselqualifikation. In: Jelich, Franz-Josef/Schneider, Günter (Hg.): Orientieren und Gestalten in einer Welt der Umbrüche. Essen: Klartext Verlag, S. 393 – 402
Am 7. Dezember 2007 um 10:23 Uhr
Ad. Kommentar von Anita Rieger, Irene Hölblinger, Anita Giener:
Verzeihen Sie bitte die späte Antwort:
Solange das durchschnittliche faktische Pensionsalter in Österreich deutlich unter dem 60. Lebensjahr liegt, erscheint das Forcieren von beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen für über 55Jährige zunächst tatsächlich sinnlos. Aber genau diese Situation sollt ja geändert werden. Zum einen aufgrund der sich abzeichnenden demografisch bedingten Qualifikationsengpässe, zum anderen aber auch um zu verhindern, dass die Mehrheit der ArbeitnehmerInnen die letzte Etappe ihrer Erwerbstätigkeit als monotonen Stillstand erlebt (oder in ihrem Arbeitsumfeld mitunter auch geringe Wertschätzung erfährt): Auch wenn ältere ArbeitnehmerInnen sich in den Jahren vor dem Ruhestand für eine Entschleunigung im Sinne einer reduzierten Arbeitszeit entscheiden, ist es wünschenswert, dass sie sich weiterhin der Herausforderung sich verändernder Anforderungen stellen. Der Job bleibt dadurch interessant, das Zählen von Jahren, Monaten und Tagen bis zur sehnsüchtig erwarteten Pensionierung könnte dann der Vergangenheit angehören. Im Übrigen sinkt die Weiterbildungsbeteiligung bereits ab dem 35. Lebensjahr und geht ab dem 45. Lebensjahr stark zurück. Um die 50plus-Generation für (berufliche) Weiterbildungsaktivitäten zu gewinnen, bedarf es daher bereits einer Förderung der Beteiligung um die Lebensmitte. Ergo: Die Weiterbildungsabstinenz von älteren ArbeitnehmerInnen ist zweifellos legitim, aber weder aus ökonomischer noch aus gesellschaftspolitischer Sicht wünschenswert.
Am 7. Dezember 2007 um 10:40 Uhr
Ad. Kommentar von Anita Rieger-Kirnbauer vom 4.Dez.:
Sehr geehrte Frau Rieger-Kirnbauer,
Vielen Dank, ich freue mich, dass Sie meine Argumentation unterstützen und von der Bedeutung der „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ für LLL überzeugt sind. Weiters bedanke ich mich für den Literaturtipp: Oskar Negt kann mit Sicherheit einen wertvollen konzeptiven Beitrag für eine BiNE-Strategie leisten. Der strategische Entwurf für eine BiNE in Österreich stellt derzeit noch eine „Black Box“ dar, d.h. die Inhalte sind bis dato für die Öffentlichkeit nicht verfügbar. Ich habe mich daher im entsprechenden „Trendreport“ des Forums Nachhaltiges Österreich (erscheint Ende Jänner), auf die BiNE im Verständnis der UNECE-Strategie sowie auf die einschlägige Fachliteratur beschränkt.
Inwieweit kann die BiNE im Bildungssystem Einfluss auf eine Nachhaltige Entwicklung nehmen? Das Bildungssystem kann für den erforderlichen gesellschaftlichen Wertewandel natürlich nicht alles leisten, hat hier aber sicherlich eine Hebelfunktion inne. Entscheidend erscheint mir vor diesem Hintergrund aber v.a. die Frage: Inwieweit kann es gelingen die Bildungsziele der BiNE, etwa den Erwerb von Beteiligungs-, Gestaltungs und Handlungskompetenz auf allen Ebenen des Bildungssystems zu integrieren? Die Beantwortung dieser Frage hängt wahrscheinlich zunächst primär vom politischen Willen sowie von der entsprechenden Lernbereitschaft von BildungsexpertInnen, bildungspolitischen EntscheidungsträgerInnen und PädagogInnen ab. Erstere müssen die Rahmenbedingungen schaffen. Letztere müssen aber v.a. in der Lage sein, den BiNE-spezifschen Lernprozess adäquat für unterschiedliche Altersstufen, Erfahrungshorizonte und kognitive Fähigkeiten zu organisieren.
Am 10. Dezember 2007 um 07:29 Uhr
Bezugnehmend auf die Stellungnahme von Bisovsky Gerhard auf die Finanzierungsfrage von selbstgesteuertem Lernen in Institutionen
Sehr geehrter Herr Bisovsky,
unseres Wissens nach bestehen bereits Kooperationen zwischen Universitäten und der Erwachsenenbildung wie beispielsweise das Zentrum für Weiterbildung an der Karl-Franzens-Universität Graz.
Welche Formen der Unterstützung von Seiten der Universitäten in der Erwachsenenbildung sprechen Sie in Ihrer Frage an, wie könnte diese konkret aussehen?
Am 11. Dezember 2007 um 09:26 Uhr
Sehr geehrte Frau Mag.a Schutti!
Vielen Dank für Ihre Stellungnahme und Ihre Hinweise auf die BiNE-Aktivitäten. Ich werde der “Bildung für nachhaltige Entwicklung” aus persönlichem Interesse gerne weiterhin Aufmerksamkeit schenken und mich als Pädagogin selbstverständlich mit nachthaltigen Bildungszielen und -inhalten auseinandersetzen.
Mit freundlichem Gruß
Anita Rieger-Kirnbauer
Am 15. Dezember 2007 um 21:00 Uhr
Liebe Kolleginnen Albert, König, Reith und Schröck,
Ich kann mir gut vorstellen, dass noch weitere Kooperationen zwischen Universität und Erwachsenenbildung statt finden. Ich denke, alleine die Frage, wie das eigenständige, das selbstorganisierte Lernen verbreitert werden kann, wäre es wert, dass eine gemeinsame Auseinandersetzung darüber statt findet. Meiner Einschätzung nach wird es vor allem darum gehen, wie Institutionen der Erwachsenenbildung hier vorgehen, wenn es uns darum geht, diese Formen des Lernens auch unter Erwachsenen zu fördern. Wie können Institutionen der Erwachsenenbildung Menschen an das selbstorganisierte Lernen heranführen, die damit noch nicht so vertraut sind. Hier wären gemeinsame Forschungen und Unternehmungen gefragt. Konkret wird meiner Meinung nach dem Thema “selbstorganisiertes Lernen und Institutionen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung” in Zukunft eine große Aufmerksamkeit zu schenken sein.